Übersichtskarte

Samstag, 13.09.2014

Atemlos!

   ... durch die Nacht, bis ein neuer Tag erwacht!

Wie in meinem letzten Eintrag bereits angekündigt gibt es hier in Morogoro mehr als nur Sprachunterricht. In der Sprachschule wird nicht nur gelehrt wie wir mit den Einheimischen reden können, wir sollen sie auch verstehen. Dazu ging es gestern auf einen Massai-Kuhmarkt ungefähr eine Stunde von Morogoro entfernt. Dort gibt es jeden Samstag, wer hätte es gedacht Kühe in Massen und echte Massai so wie man sie sich in jedem Film vorstellen würde. Der weibliche Teil unserer Gruppe stürzte sich sogleich auf die Verkaufsstände der Stoffhändler um sich dort mit der neuesten Massai-Mode auszustatten. Die Frage, ob sie mit ihren Einkäufen ihr gesamtes Haus tapezieren möchten, erschien bei manchen durchaus berechtigt. Aber auch die Männer (mich eingeschlossen) waren keinen Deut besser: Ob Macheten, Knüppel. Bögen oder Speere, um eine Hundertschaft auszurüsten hatten wir gegen Ende allemal genug. Markus schoss aber endgültig den Vogel ab! Vollgepackt mit allem erdenklichem Kriegerequipment sah er nicht einmal mehr wohin er lief, und lief daher prompt in den nächsten Einheimischen. Dieser war darüber mehr amüsiert als erbost und half dem armen Nachwuchshäuptling sogar die Ergebnisse seiner Shoppingtour zu Bus zu tragen. Selbst zu zweit hatten sie noch große Ähnlichkeit mit Packeseln.

Wenn ihr nun aber glaubt, nach so einem Tag seien wir erschöpft und gehen früh zu Bett, der irrt. Auch das Nahtleben muss schließlich einmal ausgetestet werden! Mit ortskundiger Empfehlung und in Begleitung einiger feierfreudigen Lehrer ging es also in unseren ersten tansanischen Club. Nach anfänglicher Verwirrung fanden wir schnell heraus: Das man kaltes Bier möchte ist nicht ganz so selbstverständlich wie in der Heimat, mit entsprechender Nachfrage aber glücklicher weiße erhältlich. Zwar kein deutsches Geschmackserlebniss, aber durchaus als gut zu bezeichnen. Im Laufe des Abends dann heckten Isis, eine Freiwillige aus dem Norden und ich den Plan aus, ein wenig aktiven Kulturaustausch zu betreiben. Nach gefühlt eintausend Erklärungsversuchen gab der DJ schließlich auch nach und nur wenige Minuten später dröhnte es aus den Lautsprechern: HELENE FISCHER mit ATEMLOS! Die Frau der nachgesagt wird auch heute noch die Steuer aller ihrer Fans zu machen, diese Gallionsfigur des deutschen Schlagers hat es nun sogar bis nach Tansania geschafft! Was für ein Jahrhundertereignis. Dann, als der morgen schon näher schien als der Tag, quetschen wir uns zu jeweils zu  acht in kleine Taxis und fuhren erschöpft aber zufrieden unseren Betten entgegen.

 Mit immer noch ein wenig müden Grüßen

Euer Dustin

 

Dienstag, 09.09.2014

Karibu Shuleni!

Willkomen in der Schule! 

So lautet unser Motto hier in Morogoro. Zusammen mit ca 30 anderen Freiwilligen verbringe ich hier 2 Wochen in denen unerbittlich versucht wird uns soviel Kiswahili beizubringen wie irgend möglich. Ganz nebenbei gibt es natürlich auch einige Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich überall im Land Schlafgelegenheiten zu sichern. Sei es am Fuße des Kilimanjaro, im Chaos der Großstadt Dar Es Salam oder an bildschönen Stränden am Lake Nyasa (so nennt man den Malawisee hier), überall sind Freiwillige von den unterschiedlichsten Organisationen verteilt und überall ist immer eine Ecke und ein herzliches Karibu zu finden! 

Nun aber erstmal zur Sprachschule. Mit schönen Doppelzimmern, Warmwasser und einem großem Campus inklusive Sportplatz lässt es sich hier wierklich nicht schlecht leben. Morgens um Sieben Uhr gehts los mit Frühstück um acht beginnt dann der Unterricht in dem Chuma, der Chef der Sprachschule bis Zwölf (nur unterbrochen vom zweitem Frühstück um 10), allen die Grundzüge der Sprache erläutert. Danach gibts dann erstmal Mittagessen. Nachmittags schließt sich der sogenannte Drill an. Klingt hart, ist es auch: Jeweils drei Schüler auf einen Lehrer trainieren hier einanhalb Stunden lang was morgens gelernt wurde. Um vier dann wieder essen, gefolgt von Abendessen um sechs. (Wir alle haben wohl gefühlt 30 Kilo zugenommen (ein riesengroßer Affenbrotbaum direkt neben dem Campus)

 

Natürlich gibt es auch viele offizielle und inoffizielle auserschulische Aktivitäten, die in den nächsten Tagen geplant sind. Davon berichte ich euch aber das nächste Mal

Bis bald

Euer Dustin

 

Donnerstag, 28.08.2014

Habari

Das heisst Hallo, wie gehts? auf Swahili. 

Ich habe hier endlich auch Internet auf meinem PC also wird es höchste Zeit euch allen von meinen ersten Tagen hier in Tansania zu erzählen.

Nach dem recht ereignissreichem Flug, der von Geburtstagsfeiern einer Mitfreiwilligen und von Tischkickern im Handgepäck überforderten Zollbeamten geprägt war, landeten 6 Freiwillige vollständig und unbeschadet in Dar Es Salam. Mit einem Taxi fuhren wir mit laut Tacho unglaublichen 0 Km/h durch den abenteuerlichsten Stadtverkehr den ich jemals gesehen habe zu einem netten kleinen Hotel. Hier hatten wir zwar kein warmes Wasser aber wenigstens die schöne Aussicht am nächsten morgen mit dem Bus um 6Uhr morgens nach Tandala aufzubrechen.

Dort kamen wir dann auch spät abends am nächsten Tag an. Das Diakonical center Tandala hat liegt auf ca. 2000 Höhenmetern und ist eine wunderschöne Anlage mit viel grün und sogar einer Affenhorde in der Nachbarschaft. 

Hier genossen wir den Rest der Woche die welcome days in denen uns nicht nur die ersten Grundsätze Swahili eingebleut sondern auch viel über diese so andere Kultur beigebracht wurde. Am Freitag darf ich dann endlich aus dem recht modernen Gästehaus in mein eigenes Heim umziehen :) 

Viele Grüße aus dem Tansanianischen Bergland 

Euer Dustin

 

PS: Hier seht ihr das Gemeindehaus von Tandala, in dem jeden morgen um 7.45Uhr die Morgenandacht abgehalten wird. Eine Pflichtveranstaltung, die durch den lockeren Stil, viel Gesang und dem obligatorischen Jedem-die-Hand-schütteln-und-Guten-Morgen-wünschen ein echter Spaß- und Energiepool für den ganzen Tag wird!

 

Sonntag, 24.08.2014

Goodby Deutschland

In knapp einer halben Stunde gehts los...

Erst nach Frankfurt, dann über Dubai nach Dar Es Salam und von da aus weiter nach Tandala.

Grund genug, meinen letzten Blogeintrag auf heimischem Boden zu verfassen. Die Koffer sind (mit gefühlt 50kg Übergewicht) bereits gepackt, die Aufregung steigt ins unermessliche und von den meisten Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern habe ich mich bereits verabschiedet.

Eine Reise beginnt, in der ich wohl einiges entbehren , an der ich aber auch Gelegenheit bekommen werde, zu wachsen. Ich hoffe ihr unterstützt mich auch weiterhin mit ganz ganz vielen Klicks auf meiner Seite (bis jetzt schon 72!) und natürlich auch mit einigen Kommentaren und Anregungen.

 

Mit ganz lieben Abschiedsgrüßen

Dustin

Samstag, 02.08.2014

Bald gehts los

Zusammen mit anderen Freiwilligen,die in die Ukraine, nach Israel/Palästina und natürlich nach Tanzania reisen werden, verbrachte ich die letzte Woche auf dem letzten Vorbereitungsseminar vor unserer Abreise.

Grund genug für mich, meinen Blog zu starten in dem ich mit euch allen meine Erfahrungen bei der wohl größten Reise meines Lebens teilen möchte.

Wir haben zwar viel gelernt geredet und diskutiert, mal mehr mal auch weniger sinnvoll, was mich nun aber eigentlich genau erwartet? Keine Ahnung.

Bis jetzt weiss ich nur drei Dinge genau:

1: Es wird keine normale Dusche geben.

2: Ich muss wohl selber kochen (ich hoffe die haben Tiefkühlpizza?).

3: Dort werden mich Menschen erwarten, die ein komplett anderes Lebensgefühl haben als alles was ich bis jetzt kenne, alle unterhalten sich gern (ob man den Gesprächspartner schon kennt oder nicht ist dabei anscheinend Nebensache), man lädt sich gern zum essen ein (verhungern werde ich also hoffentlich nicht) und man hat Zeit. Viel Zeit.

Ob das alles wirklich so ist weiss ich nicht, werde es aber bald erfahren und euch ausführlichst berichten 

Bis zum nächsten mal 

Euer Dustin

 

PS: Falls euch Ideen, Vorschläge oder Fragen kommen oder euch Dinge einfallen, nach denen ich in Tanzania ausschau halten soll; schreibt eifrig in die Kommentare. Ich freue mich über jeden einzelnen